18+Glücksspiel ab 18. Hilfe: DE 0800 1 37 27 00 · CH 0800 040 080 · AT und weitereSpielerschutz

Blackjack-Tabelle: die Grundstrategie verständlich erklärt

Blackjack-Tabelle: die Grundstrategie verständlich erklärt
Foto: Scott Nazelrod, CC0 1.0, Wikimedia Commons
KurzantwortDie Blackjack-Tabelle nennt für jede Kombination aus eigener Hand und offener Croupier-Karte die rechnerisch beste Aktion: ziehen, stehen bleiben, verdoppeln oder teilen. Wer sie befolgt, senkt den Hausvorteil auf rund 0,5 %, ein Gewinn ist damit nicht garantiert.

Was die Blackjack-Tabelle zeigt – und was nicht

Eine Blackjack-Tabelle, auch Grundstrategie-Tabelle genannt, fasst Tausende durchgerechnete Spielsituationen in einem Raster zusammen. In der Zeile steht die eigene Hand, in der Spalte die offene Karte des Croupiers, in der Zelle die Aktion, die langfristig am wenigsten kostet. Berechnet wird sie immer für bestimmte Regeln: Anzahl Kartendecks, Verhalten des Croupiers bei einem weichen 17er, Verdoppeln nach dem Teilen und die Frage, ob der Croupier sofort auf Blackjack prüft.

Wichtig ist die Einordnung: Die Tabelle kennt keine Glückssträhnen und keine Muster. Sie minimiert den durchschnittlichen Verlust pro Einsatz, ein negativer Erwartungswert bleibt bestehen. Wer sie auswendig kennt, spielt rechnerisch sauber, gewinnt deshalb aber nicht öfter, als es die Verteilung der Karten hergibt.

Gilt für: die folgenden Tabellen sind für 4 bis 8 Decks gerechnet, der Croupier bleibt bei jedem 17er stehen (auch bei weichem 17), Verdoppeln nach dem Teilen ist erlaubt, der Croupier prüft vor dem Spielzug auf Blackjack, Aufgeben (Surrender) gibt es nicht. Am Tisch gelten die Regeln des jeweiligen Casinos. Sie stehen am Tisch oder in der Spielanleitung und verändern einzelne Zellen.

Die Grundlagen: Kartenwerte und Aktionen

Ziel ist es, mit den eigenen Karten näher an 21 zu kommen als der Croupier, ohne 21 zu überschreiten. Wer darüber kommt, verliert den Einsatz sofort. Die Werte der Karten:

  • Karten von 2 bis 10 zählen so viel, wie aufgedruckt ist.
  • Bube, Dame und König zählen je 10 Punkte.
  • Das Ass zählt 1 oder 11 Punkte, je nachdem, was für die Hand günstiger ist.

Die Tabelle verwendet vier Aktionen. Ziehen (Hit) bedeutet eine weitere Karte. Stehen bleiben (Stand) beendet die eigene Hand. Verdoppeln (Double) verdoppelt den Einsatz bei genau einer weiteren Karte. Teilen (Split) verwandelt zwei gleichwertige Karten in zwei Hände mit je einem gleich hohen Einsatz. Ein Blackjack aus Ass und Zehnwert wird in der Regel 3:2 ausbezahlt, ein normaler Gewinn 1:1. Der Croupier muss bei 16 oder weniger ziehen und bei 17 oder mehr stehen bleiben.

Zum Blackjack als Spielform, zu Varianten und zum Ablauf im Casino gibt es eine eigene Übersicht unter Blackjack im Überblick.

Blackjack-Tabelle lesen: harte Hände

Eine harte Hand enthält kein Ass oder zählt das Ass nur als 1. Sie kann beim Ziehen verlieren, weil jede Karte sie über 21 bringen kann. Deshalb stehen in dieser Tabelle viele Entscheidungen, die vom Croupier abhängen: Zeigt er eine schwache Karte (2 bis 6), steigt seine Chance, sich zu überkaufen. Dann bleibt man mit mittleren Summen eher stehen. Zeigt er eine starke Karte (7 bis Ass), muss die eigene Hand aktiv besser werden.

Kürzel: H = Karte ziehen, S = stehen bleiben, D = verdoppeln (sonst ziehen), Ds = verdoppeln (sonst stehen bleiben), P = teilen. Spalten: offene Karte des Croupiers, „10“ steht auch für Bube, Dame und König, „A“ für das Ass.

Hand2345678910A
8 oder wenigerHHHHHHHHHH
9HDDDDHHHHH
10DDDDDDDDHH
11DDDDDDDDDH
12HHSSSHHHHH
13 bis 16SSSSSHHHHH
17 oder mehrSSSSSSSSSS

Als Faustregel lässt sich merken: Die 11 wird fast immer verdoppelt, die 17 und höher bleibt stehen, die 12 bis 16 bleibt nur gegen schwache Croupier-Karten stehen. Hart 16 gegen eine 10 ist die unbeliebteste Zelle im Spiel. Ziehen ist hier rechnerisch trotzdem etwas günstiger als Stehenbleiben, auch wenn es sich schlecht anfühlt.

Weiche Hände mit Ass

Ein Ass, das als 11 zählt, macht die Hand weich. Eine weiche Hand kann bei der nächsten Karte nicht über 21 kommen, weil das Ass auf 1 zurückfällt. Das erlaubt mehr Verdoppeln, vor allem gegen schwache Croupier-Karten.

Hand2345678910A
A+2, A+3 (13, 14)HHHDDHHHHH
A+4, A+5 (15, 16)HHDDDHHHHH
A+6 (17)HDDDDHHHHH
A+7 (18)SDsDsDsDsSSHHH
A+8, A+9 (19, 20)SSSSSSSSSS

Das weiche 18 (Ass und 7) ist die Hand mit den meisten Ausnahmen: Gegen 2, 7 und 8 bleibt man stehen, gegen 3 bis 6 wird verdoppelt, gegen 9, 10 und Ass zieht man eine Karte, obwohl 18 hoch wirkt.

Paare: wann teilen, wann nicht

Das Teilen verändert die Einsatzhöhe, weil zwei Hände gespielt werden. Die Tabelle zeigt, in welchen Fällen das rechnerisch lohnt.

Hand2345678910A
A+APPPPPPPPPP
10+10SSSSSSSSSS
9+9PPPPPSPPSS
8+8PPPPPPPPPP
7+7PPPPPPHHHH
6+6PPPPPHHHHH
5+5 (wie harte 10)DDDDDDDDHH
4+4HHHPPHHHHH
3+3, 2+2PPPPPPHHHH

Zwei Asse und zwei Achter werden grundsätzlich geteilt, weil eine 16 als harte Hand eine der schwächsten Ausgangslagen ist. Zwei Zehner bleiben stehen, denn 20 ist bereits eine sehr starke Hand. Bei Regeln ohne sofortige Blackjack-Prüfung (europäische Variante) wird von dieser Tabelle abgewichen: Die Achter werden dann gegen eine 10 oder ein Ass nicht geteilt, weil im Fall eines Croupier-Blackjacks zusätzlich der Einsatz der geteilten Hand verloren ginge.

Versicherung und Regelvarianten verschieben die Zellen

Zeigt der Croupier ein Ass, bieten viele Tische eine Versicherung (Insurance) an. Sie wird 2:1 ausbezahlt, wenn der Croupier einen Blackjack hat, und verfällt sonst. Die Grundstrategie rät davon ab: Der Wizard of Odds, eine weit verbreitete mathematische Quelle zum Casinospiel, empfiehlt, Versicherung und „Even Money“ nie zu nehmen. Rechnerisch ist sie eine zusätzliche Nebenwette mit eigenem Hausvorteil.

Welche Regeln den Tisch verändern, lässt sich an einer kurzen Liste ablesen:

  • Croupier zieht bei weichem 17: bei einzelnen Händen kommen dann Verdoppeln-Zellen hinzu, der Hausvorteil steigt leicht.
  • Verdoppeln nach dem Teilen verboten: 4+4, 3+3 und 2+2 werden seltener geteilt.
  • Weniger Decks: einzelne Zellen kippen, etwa bei harten 9 oder 11, die Tabelle für ein Deck ist nicht dieselbe wie für sechs.
  • Blackjack zahlt 6:5 statt 3:2: verschlechtert die Auszahlung spürbar und lässt sich durch keine Spielweise ausgleichen.
  • Aufgeben erlaubt: bei harten 15 und 16 gegen starke Karten kann das Aufgeben des halben Einsatzes die bessere Wahl sein.
Tabelle prüfen: Wer eine Strategiekarte aus dem Internet verwendet, sollte vorher klären, für welche Regeln sie gerechnet ist. Eine Karte für ein Deck ist an einem Sechs-Decks-Tisch falsch.

Hausvorteil: was die Grundstrategie bringt

Mit der Grundstrategie senkt sich der Hausvorteil auf einen sehr kleinen Wert. Für sechs Decks gibt die Fachliteratur rund 0,45 % bei europäischen Regeln (Croupier bleibt bei weichem 17 stehen, keine sofortige Prüfung) und rund 0,55 % bei amerikanischen Regeln (Croupier zieht bei weichem 17, sofortige Prüfung) an. Bei 100 Franken Einsatz heisst das: Im Durchschnitt gehen rund 50 Rappen verloren.

Dieser Wert gilt für perfektes Spiel über sehr viele Runden. Wer von der Tabelle abweicht, zahlt drauf, und für einen einzelnen Abend sagt die Zahl wenig, weil die Schwankung gross ist. Die Spannbreite der Ergebnisse ist deutlich grösser als der Hausvorteil. Wie sich solche Werte bei anderen Spielen unterscheiden, zeigt der Hausvorteil-Rechner, und der Begriff ist im Glossar unter Hausvorteil erklärt.

Blackjack wirkt durch die Tabelle berechenbar, ist aber ein Glücksspiel. Systeme mit Einsatzsteigerung ändern daran nichts, wie das Beispiel Roulette-Systeme zeigt. Wer in einer legalen Umgebung spielen will, findet die Übersicht der Anbieter unter Online-Casinos in der Schweiz.

Häufige Fragen

Was ist eine Blackjack-Tabelle?

Ein Raster, das für jede Kombination aus eigener Hand und offener Croupier-Karte die rechnerisch beste Aktion nennt: ziehen, stehen bleiben, verdoppeln oder teilen. Die Werte stammen aus der Berechnung aller möglichen Kartenfolgen für feste Regeln.

Garantiert die Grundstrategie Gewinne?

Nein. Sie verringert den Hausvorteil auf rund 0,5 %, hebt ihn aber nicht auf. Über viele Runden bleibt der Erwartungswert für Spielende negativ.

Gilt dieselbe Tabelle in jedem Casino?

Nein. Anzahl Decks, Croupier-Regel bei weichem 17, Verdoppeln nach dem Teilen, Aufgeben und die Blackjack-Auszahlung verändern einzelne Zellen. Die Regeln des jeweiligen Tisches sind massgebend.

Soll die Versicherung genommen werden?

Die Grundstrategie rät davon ab. Die Versicherung ist eine Nebenwette mit eigenem Hausvorteil und verschlechtert langfristig das Ergebnis.

Darf man beim Blackjack eine Strategiekarte verwenden?

Das richtet sich nach den Hausregeln des Casinos. In Online-Casinos ist eine Karte am eigenen Bildschirm technisch kein Problem. Für Spielbanken vor Ort ist die Hausordnung am Eingang oder beim Personal zu klären.

Warum ist 6:5 beim Blackjack schlechter als 3:2?

Bei 6:5 fällt der Gewinn für einen Blackjack kleiner aus, nämlich 1,2 statt 1,5 Einheiten pro Einsatz. Da Blackjacks regelmässig vorkommen, steigt der Hausvorteil dadurch spürbar.

Quellen
  1. Black Jack – Regeln, Optionen, Hausvorteil und Grundstrategie (Wikipedia)
  2. Wizard of Odds – Blackjack Basic Strategy Calculator (Regeloptionen, Hinweis zu Insurance)