Rechtslage nach dem Glücksspielgesetz
Glücksspiel ist in Österreich Bundessache. Das Glücksspielgesetz (GSpG) definiert es in § 1 als Spiel, bei dem das Ergebnis ausschließlich oder vorwiegend vom Zufall abhängt. Nach § 3 ist die Durchführung dem Bund vorbehalten (Glücksspielmonopol), Ausnahmen regelt das Gesetz, etwa § 4. Das Monopol umfasst Lotterien, Online-Glücksspiel und Spielbanken. Den Besuch einer Spielbank gestattet § 25 Abs. 1 nur Personen ab 18 Jahren. Daneben regelt § 12a elektronische Lotterien, bei denen die Teilnahme über elektronische Medien erfolgt und das Ergebnis zentral ermittelt wird, sowie Video-Lotterie-Terminals in Outlets mit 10 bis 50 Terminals. Für Spielbanken verlangt § 21 ein eingezahltes Kapital von mindestens 22 Millionen Euro. Maßgeblich ist stets der aktuelle Gesetzestext im Rechtsinformationssystem des Bundes.
Spielbanken
Österreich hat zwölf Spielbanken, die alle die Casinos Austria AG betreibt. § 21 GSpG erlaubt höchstens 15 Konzessionen mit einer Laufzeit von höchstens 15 Jahren. Laut BMF und profil enden die Konzessionen bei sechs Häusern am 31. Dezember 2027 und bei sechs weiteren am 31. Dezember 2030.
| Konzession bis | Standorte |
|---|---|
| 31.12.2027 | Bregenz, Graz, Innsbruck, Linz, Salzburg, Wien |
| 31.12.2030 | Baden, Kitzbühel, Kleinwalsertal (Riezlern), Seefeld, Velden, Zell am See |
Alle Standorte mit Adressen und Öffnungszeiten stehen unter Spielbanken. Der Betreiber nennt für den Zutritt einen amtlichen Lichtbildausweis im Original; Kopien und Fotos gelten nicht, beim Check-in wird ein Foto aufgenommen. Als Kleidung gilt smart casual, Genaueres im Ratgeber zum Dresscode. Begrüßungsjetons gibt es laut Betreiber ermäßigt an der Rezeption, österreichweit höchstens 30 Euro pro Person und Spieltag. Die Öffnungszeiten unterscheiden sich stark: Das Casino Wien öffnet täglich bis 05:00 Uhr, das Casino Kleinwalsertal schließt Mo–Do und So bereits um 01:00 Uhr.
Die Konzessionslage ist in Bewegung. Das Finanzministerium sieht in der Reform 13 Spielbankenkonzessionen vor, die auch in Paketen vergeben werden dürfen. Für Besucher ändert sich bis zu einem Beschluss nichts am Zutritt; für die Standorte ist die Laufzeit bis 2027 beziehungsweise 2030 der derzeit belegte Stand.
Online-Glücksspiel: nur win2day
Online-Glücksspiel läuft über die Konzession der Österreichischen Lotterien GmbH (Marke win2day), Laufzeit bis 30. September 2027. Laut ORF hat aktuell nur win2day eine Onlinekonzession. Mehr dazu im Ratgeber Online-Casino in Österreich.
Automatensalons je Bundesland
Glücksspielautomaten außerhalb der Spielbanken sind als Landesausspielungen nach § 5 GSpG möglich: Automatensalons mit 10 bis 50 Automaten oder Einzelaufstellungen mit höchstens drei Automaten. Pro Bundesland gilt höchstens ein Automat je 1.200 Einwohner (Wien: je 600) und es sind höchstens drei Bewilligungen gleichzeitig zulässig. In Salons liegt der Einsatz bei höchstens 10 Euro pro Spiel, der Gewinn bei höchstens 10.000 Euro. Laut BMF bestehen Landesbewilligungen in fünf Bundesländern:
| Bundesland | Bewilligung bis |
|---|---|
| Burgenland | 15.06.2034 |
| Niederösterreich | 21.07.2032 |
| Oberösterreich | 07.08.2039 |
| Steiermark | 13.12.2027 |
| Kärnten | 30.10.2026 |
Tirol, Vorarlberg und Wien führt die BMF-Liste nicht als Standorte von Landesausspielungen. Salzburg hat nach Presseberichten (Sekundärquelle) das kleine Glücksspiel zum 1. Januar 2026 legalisiert, mit drei Anbietern und 472 Automaten; auf der BMF-Liste ist das bisher nicht geführt. Die Ausspielbewilligten sind laut BMF sechs Unternehmen, darunter ADMIRAL Casinos & Entertainment AG und AMATIC Entertainment AG.
Bei Einzelaufstellungen sind die Grenzen enger: höchstens ein Euro Einsatz und 1.000 Euro Gewinn pro Spiel, höchstens drei Spielstunden innerhalb von 24 Stunden. Automatensalons dürfen keine Jackpots anbieten und müssen nach zwei Stunden ununterbrochenem Spiel abschalten. Die Bewilligungsdauer beträgt höchstens 15 Jahre. Die Rechtslage bei den Landesausspielungen unterscheidet sich je Bundesland, deshalb gilt für konkrete Standorte stets die Auskunft der zuständigen Landesbehörde.
Reform des Glücksspielgesetzes
Die Regierung einigte sich laut ORF am 29. Juni 2026 auf ein neues Gesetz. Das BMF meldete den Entwurf am 4. August 2026 bei der EU-Kommission an (dreimonatige Stillhaltefrist, ein Beschluss ist erst danach möglich). Vorgesehen sind ein offenes Konzessionsverfahren für Online-Glücksspiel, die Einstellung illegaler Angebote ab 1. Januar 2027 und 13 Spielbankenkonzessionen. Online-Konzessionen nach neuem Recht gibt es nach dem Ministerialentwurf frühestens ab 1. Oktober 2027. Der Entwurf nennt eine unbeschränkte Zahl von Online-Konzessionen, eine erste Laufzeit von höchstens fünf Jahren und ein Mindestkapital von 10 Millionen Euro (Quelle: CMS, Stand 30. Juni 2026). Die bisherige Konzession der Österreichischen Lotterien endet am 30. September 2027; laut profil erwägt das BMF eine befristete gesetzliche Verlängerung. Ein Beschluss ist zum 30. Oktober 2026 nicht belegt; Details im BMF-Pressetext.
Spielerschutz und Hilfe
Glücksspiel hat einen negativen Erwartungswert (Hausvorteil). Geplant sind laut BMF ein zentrales Sperrregister, Einzahlungslimits und eine Abkühlphase nach 90 Minuten Automatenspiel; Einzelheiten zum Schutz stehen unter Spielerschutz. Beratungsstellen laut BMF-Liste (das Ministerium weist auf mögliche Fehler hin, daher Nummer vor dem Anruf prüfen):
- Spielsuchthilfe Wien: 01 544 13 57
- MedUni Wien Glücksspielsucht-Hotline: 0800 20 52 42
- Anonyme Spieler Österreich: 0660 123 66 74
- Institut Glücksspiel & Abhängigkeit, Salzburg: 0662 87 40 30
- b.a.s Graz: 0316 82 11 99
- Suchthilfe Tirol, Innsbruck: 0512 58 00 80
- Clean Bregenz: 05574 45 400
- Spielsuchtambulanz de La Tour, Villach: 04242 24 368
- Kepler Universitätsklinikum, Ambulanz für Spielsucht, Oberösterreich: 05 768 087 39 571
Alle Angaben laut BMF-Hilfsliste.
Häufige Fragen
Sind Casinos in Österreich legal?
Ja, die zwölf Spielbanken der Casinos Austria AG arbeiten mit Konzession nach dem GSpG. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre.
Gibt es legale Online-Casinos in Österreich?
Laut ORF hat aktuell nur win2day der Österreichischen Lotterien eine Onlinekonzession.
Wie viele Spielbanken gibt es in Österreich?
Zwölf, alle von der Casinos Austria AG betrieben. Die Konzessionen laufen bis 31.12.2027 bzw. 31.12.2030.
In welchen Bundesländern gibt es Automatensalons?
Laut BMF-Liste haben Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark und Kärnten Landesbewilligungen. Die Kärntner Bewilligungen laufen am 30.10.2026 aus, eine Anschlussregelung ist nicht belegt.
Wann kommt die Öffnung des Online-Marktes?
Der Entwurf wurde am 4. August 2026 der EU-Kommission notifiziert. Online-Konzessionen nach neuem Recht sind frühestens ab 1. Oktober 2027 vorgesehen; ein Beschluss ist nicht belegt.
