Der Ablauf eines Spielbank-Besuchs im Überblick
Ein Besuch in einer deutschen Spielbank folgt einem festen Ablauf: Anmeldung am Empfang, Ausweiskontrolle, Abgleich mit der Sperrdatei, Eintrittskarte, dann Zutritt zu den Spielsälen. Jeder dieser Schritte hat eine rechtliche Grundlage, die sich je nach Bundesland im Detail unterscheidet. Spielbanken sind Ländersache: Jedes Land hat ein eigenes Spielbankgesetz, und die Betreiber geben sich mit Zustimmung der Aufsicht eine Spielbankordnung.
Für die Kleidung gilt etwas anderes als für Ausweis und Alter. Hier legt kein Gesetz Einzelheiten fest. Der folgende Überblick trennt deshalb strikt zwischen dem, was Gesetz und Verordnung verlangen, und dem, was Betreiber in ihrer Hausordnung festlegen.
- Gesetzlich geregelt: Ausweis, Mindestalter, Sperrdatei-Abgleich, Besucherdatei, Hausrecht.
- Vom Betreiber geregelt: Kleidung, Eintrittsentgelt, Öffnungszeiten, Spielangebot im Einzelnen.
Anmeldung, Ausweis und Eintrittskarte
In Nordrhein-Westfalen ist der Besuch der Spielbank nach § 1 der Spielordnung NRW nur nach vorheriger Anmeldung und mit einer Eintrittskarte gestattet. Die Anmeldung erfolgt an der Rezeption; dort muss ein gültiger amtlicher Ausweis mit Lichtbild vorgelegt werden, mit dem die Pass- und Ausweispflicht im Inland erfüllt wird. Das kann ein Pass, ein Personalausweis oder ein Ausweisersatz sein. Eintrittskarten gelten für einen einmaligen Besuch oder als Zeit-Gästekarte für höchstens ein Jahr, und sie sind nicht übertragbar.
Auch Bayern verlangt den Ausweis. Nach § 4 der Bayerischen Spielbankordnung darf der Zutritt zu den Spielsälen nur nach Vorlage eines gültigen amtlichen Ausweises mit Lichtbild und nach Abgleich mit der Sperrliste gestattet werden. Sachsen verpflichtet Spielbanken in § 9 des Sächsischen Spielbankengesetzes zu einer Zugangskontrolle, die aus einer persönlichen Identitätskontrolle oder einer gleichwertigen Alternative mit Datenabgleich bestehen kann.
Wer eine Zeit-Gästekarte nutzt, muss sie nach § 1 Abs. 3 der Spielordnung NRW mit dem vollständigen Namen und einem Identifizierungscode führen. Bei jeder Ausstellung ist der Ausweis erneut vorzulegen, damit geprüft werden kann, ob sich die gespeicherten Daten seit dem letzten Besuch geändert haben. Die Karte verliert mit Ablauf des Kalenderjahres der Ausstellung ihre Gültigkeit.
Mindestalter: 18 oder 21 Jahre
Beim Alter lohnt der Blick ins Landesrecht. Es gibt keine einheitliche Grenze.
| Land | Regel | Fundstelle |
|---|---|---|
| Sachsen | Aufenthalt während des Spielbetriebs nur für volljährige Personen | § 5 Abs. 1 SächsSpielbG |
| Bayern | Spielverbot unter 21 Jahren; Zutritt für Volljährige unter 21 nur in Begleitung einer Person ab 21, Minderjährige haben keinen Zutritt | §§ 3, 4 SpielbO |
| Nordrhein-Westfalen | Zutritt für gesperrte Personen, insbesondere Minderjährige, nicht gestattet | § 1 Abs. 4 Spielordnung NRW |
Die Tabelle gibt den Stand der abgerufenen Fassungen wieder. Landesrecht ändert sich; vor dem Besuch zählt die aktuelle Spielbankordnung des jeweiligen Hauses, die dort ausgehängt sein muss. Sachsen schreibt den Aushang in § 10 des Gesetzes ausdrücklich vor. Allgemein gilt Glücksspiel nur für Erwachsene; das Spielen mit Minderjährigen schließt der Staatsvertrag in § 4 Abs. 3 aus.
Wer nicht spielen darf
Neben dem Alter schließen die Landesgesetze weitere Personengruppen aus. Das Sächsische Spielbankengesetz untersagt in § 5 Abs. 2 die unmittelbare oder mittelbare Teilnahme am Spiel unter anderem Personen, die mit der Geschäftsführung des Betreibers beauftragt sind, Mitgliedern von Organen des Betreibers, Beschäftigten der Spielbank und Personen, die mit der Aufsicht über die Spielbank betraut sind. Die Bayerische Spielbankordnung nennt in § 3 zusätzlich Personen, bei denen Anlass besteht anzunehmen, dass ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Teilnahme am Glücksspiel nicht entsprechen.
Ein Ausschluss kann auch aus dem Verhalten folgen. Wer gegen die Spielbankordnung oder die Spielregeln verstößt oder bei wem ein begründeter Verdacht darauf besteht, kann nach dem sächsischen Gesetz als „Störer“ vom Spiel ausgeschlossen werden; Grund und Dauer sind der Person bekannt zu geben. Eine Sperre aus Gründen des Spielerschutzes ist davon getrennt und läuft über die Sperrdatei.
Spielbank Dresscode: Was Gesetz und Hausordnung sagen
In den Regelwerken, die für diesen Ratgeber geprüft wurden, steht keine Kleidungsvorschrift: weder in der Spielordnung NRW noch in der Bayerischen Spielbankordnung noch im Sächsischen Spielbankengesetz. Die Kleiderordnung ist damit Sache des Betreibers. Rechtlich stützt sie sich auf das Hausrecht. Die Bayerische Spielbankordnung hält in § 5 ausdrücklich fest, dass die Spielbank den Zutritt aufgrund des Hausrechts ohne Angabe von Gründen verwehren oder zum Verlassen auffordern kann. Auch das Sächsische Spielbankengesetz sieht in § 5 Abs. 3 vor, dass Personen, denen aufgrund des Hausrechts der Zutritt untersagt wurde, vom Spiel ausgeschlossen werden können.
Ein verbindliches Urteil darüber, was „zulässig“ ist, gibt es deshalb nur beim jeweiligen Haus. Ein Beispiel für eine konkrete Regel liefert die Spielbank Wiesbaden: Erwartet wird angemessene Kleidung einschließlich Schuhen, Geschäftskleidung ist nicht nötig, Freizeitkleidung ist willkommen. Nicht erlaubt sind dort unter anderem Kleidung mit anstößigen Motiven, Vereinstrikots, Sportkleidung, Hoodies, stark zerrissene Jeans, Herrenshorts, Trägershirts, Sandalen, Flipflops, Stiefel mit sichtbaren Schnürsenkeln sowie Kopfbedeckungen.
Diese Liste gilt für ein einzelnes Haus. Andere Betreiber legen andere Maßstäbe an, etwa für das Große Spiel am Abend oder für Sonderveranstaltungen. Als Faustregel gilt: Je klassischer der Spielbereich, desto eher ist gepflegte Kleidung verlangt. Eine Krawatten- oder Jackettpflicht lässt sich daraus jedoch nicht ableiten; belegbar ist sie nur, wenn das Haus sie ausdrücklich nennt.
Welche Spiele erlaubt sind und was der Besuch kostet
Welche Spiele eine Spielbank anbietet, ergibt sich aus Konzession und Erlaubnis. In Nordrhein-Westfalen sind nach § 4 der Spielordnung ohne besondere Erlaubnis Roulette, Baccara, Black Jack, Trente et quarante und Poker jeweils in allen Varianten zugelassen, dazu Automatenspiele und semi-live Spiele. Welche Spiele ein bestimmtes Haus tatsächlich bereithält, steht in dessen Programm. Einen Überblick nach Spielarten bietet die Seite zu den Casinospielen.
Ob und in welcher Höhe ein Entgelt für den Besuch erhoben wird, bestimmt die Spielbankordnung des Betreibers. Das schreibt § 10 Abs. 1 des Sächsischen Spielbankengesetzes ausdrücklich vor, ebenso die Öffnungszeiten und die Mindest- und Höchsteinsätze. Die Spielbank Wiesbaden weist auf ihrer Besucherseite aus, dass der Zutritt zu den klassischen Spielen und zu den Automaten dort kostenlos ist. Das lässt sich nicht auf andere Häuser übertragen.
Vorab klären: Checkliste für den Besuch
- Aktuelle Spielbankordnung und Hausordnung des Hauses auf der Betreiberseite lesen.
- Kleidungsregeln prüfen, besonders bei Sportkleidung, Kopfbedeckung und Schuhen.
- Gültigen amtlichen Lichtbildausweis einpacken; bei Zeit-Gästekarten die Gültigkeit beachten.
- Mindestalter des Landes beachten (Bayern: 21 für das Spielen).
- Öffnungstage prüfen. Sachsen listet spielfreie Tage, an denen die Spielbank geschlossen bleibt, darunter Karfreitag, Ostersonntag und Heiligabend.
- Vorher ein Budget festlegen, das ohne Folgen verloren werden kann.
Sperrdatei-Abgleich und Besucherdaten
Spielbanken sind an das Sperrsystem angeschlossen. Nach § 8 Abs. 3 Satz 5 GlüStV 2021 erfolgt der Abgleich mit der Sperrdatei in Spielbanken bei jedem Betreten. Eine gesperrte Person darf nicht spielen. Mehr zu Dauer und Beantragung steht im Ratgeber zum OASIS-Sperrsystem.
Dazu kommt die Besucherdatei. In NRW speichert die Spielbank Name, Geburtsdatum und -ort, Staatsangehörigkeit, Anschrift sowie Art, Nummer und ausstellende Behörde des Ausweises. Bei der erstmaligen Anmeldung wird eine Kopie oder ein Scan des Ausweises hinterlegt; bei jedem Besuch wird das Foto abgeglichen. Gelöscht werden die Daten nach Ablauf der auf den letzten Besuch folgenden fünf Kalenderjahre. Bayern nennt in § 6 der Spielbankordnung eine Löschfrist von zwei Kalenderjahren nach dem letzten Besuch. Wer das nicht möchte, kann eine Spielbank nicht betreten; die Datenerhebung ist Voraussetzung des Zutritts.
Verhalten im Spielsaal
Mit dem Eintritt erkennen Gäste in NRW die Spielordnung und die Spielregeln an. Technische Hilfsmittel jeglicher Art, etwa Taschenrechner oder Computer, dürfen Betreiber untersagen; die Bayerische Spielbankordnung regelt das in § 9. Einsätze werden in Spielmarken oder in Euro geleistet, die Mindest- und Höchsteinsätze hängen an den Tischen aus (§ 8 SpielbO). Jetons werden beim Verlassen der Spielbank an der Kasse umgetauscht. Gewinne aus Automatenspiel über 2.000 Euro werden in Bayern nur gegen Vorlage eines amtlichen Ausweises ausgezahlt. Kredite durch Bedienstete der Spielbank sind unzulässig (§ 10 SpielbO).
Wer am Tisch spielt, findet auf den Seiten zu Roulette und im Ratgeber zum Roulette-Tisch den Aufbau und die Einsatzarten. Für den Vergleich mit Spielhallen hilft der Vergleich Spielhalle oder Spielbank; eine Übersicht der Häuser bietet das Spielbanken-Verzeichnis.
Häufige Fragen
Gibt es einen einheitlichen Dresscode für alle Spielbanken in Deutschland?
Nein. In den geprüften Regelwerken aus NRW, Bayern und Sachsen steht keine Kleidungsvorschrift. Die Kleiderordnung legt jeder Betreiber selbst fest und stützt sie auf sein Hausrecht.
Brauche ich Anzug und Krawatte?
Eine Pflicht lässt sich nur aus der Hausordnung des jeweiligen Hauses ableiten. Die Spielbank Wiesbaden etwa verlangt keine Geschäftskleidung und lässt Freizeitkleidung zu, schließt aber unter anderem Sportkleidung, Hoodies, Sandalen und Kopfbedeckungen aus.
Welchen Ausweis muss ich mitbringen?
Einen gültigen amtlichen Ausweis mit Lichtbild. In NRW genügt ein Pass, Personalausweis oder Ausweisersatz, mit dem die Pass- und Ausweispflicht im Inland erfüllt wird. Einzelne Häuser können mehr verlangen.
Ab welchem Alter darf ich in die Spielbank?
Das hängt vom Land ab. Sachsen verlangt Volljährigkeit; Bayern verbietet das Spielen unter 21 Jahren und lässt Volljährige unter 21 nur in Begleitung einer Person ab 21 in die Spielsäle, sofern das Spielverbot eingehalten wird.
Darf eine Spielbank mir den Zutritt ohne Begründung verwehren?
Ja. Die Bayerische Spielbankordnung hält in § 5 fest, dass die Spielbank aufgrund des Hausrechts den Zutritt ohne Angabe von Gründen verwehren kann.
Wird in der Spielbank geprüft, ob ich gesperrt bin?
Ja. Nach § 8 Abs. 3 GlüStV 2021 erfolgt der Abgleich mit der Sperrdatei in Spielbanken bei jedem Betreten.



